What’s wrong? I am a happy anarchist, (…) not an angry vandal.

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Die Prostie-Smilies, die von Fassaden und Gemäuer der Stadt lachen, dürften jedem aus den Strassen bekannt sein. Schadenfreude ist oft die schönste Freude, und vielleicht deshalb oft Thema des Streetartkünstlers „Mein lieber Prost“, der mit seinen Smileys zum Nachdenken und zum Lachen bringt.

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Eben noch an der Hauswand, jetzt schon in der Urban Spree– Galerie:  Die laufende Ausstellung What’s wrong zeigt noch bis Ende des Monats verschiedene Werke des Künstlers. Nun bietet Sreetart in einer Galerie ja immer auch viel Platz für Grundsatzdiskussionen, trotzdem kann ich die Ausstellung allen Interessierten empfehlen. Neben Altbekanntem zeigt die Show nämlich auch Arbeiten, die über den von ihm gewohnten Style im öffentlichen Raum hinausgehen. Mir war bis gestern zum Beispiel gar nicht bekannt, dass er sich auch mit Adbusting beschäftigt.

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Neben einer Auswahl an älteren Stücken sowie neue Kunstwerken, und Kooperationen mit anderen Graffiti-Writern, sind auch Parodien wichtiger Gemälde der Kunstgeschichte zu finden. Ob nun Michelangelos Die Erschaffung Adams oder aber Der Schrei des norwegischen Malers Edvard Munch, im Prinzip gibt es keinen Klassiker, der sich nicht durch einen Prostie aufwerten lässt.

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In letzter Zeit musste sich der fröhliche Anarchist privat vermehrt mit der Frage Auseinandersetzen: „Ist Streetart Kunst oder Vandalismus?“. Für ihn eigentlich ein klarer Fall von Kunst, für die Berliner Behörden leider weniger. Kunst liegt ja immer auch im Auge des Betrachters und nach einer Hausdurchsuchung betrachtet die Justiz den Künstler leider eher als Vandalen. Ich finde das persönlich sehr traurig, und lasse ihm deshalb nochmal den Merchandise-Stand durchgehen, oder den ‚Prost memorabilia shop‘ wie er auch liebevoll genannt wird – denn so ein Rechtsstreit muss halt auch irgendwie finanziert werden. Also ab in die Urban Spree, schaut euch die Ausstellung an, und kauft ein paar Prost Erinnerungsstücke für den guten Zweck.

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