Illuströse – Die Kunst der Rahel Süßkind

Spray God von Rahel SüßkindRahel Süßkind wird eigentlich von allen nur Krissi genannt – oder Russki, weil sie im weit entfernten Georgijewka in Kasachstan geboren wurde.

Allen Erziehungsempfehlungen zum Trotz ist Krissi der lebende Beweis, dass sich extrem hoher Zeichentrickfilmkonsum durchaus positiv auf die frühkindliche Entwicklung auswirken kann. Inspiriert durch eine Überdosis Kinderfernsehen begann sie früh eigene Cartoons und Geschichten zu malen. In diesen Geschichten hat sich das kleine Süßkind bis ins Erwachsenenleben herumgetrieben und in ihren Zeichnungen oft die eigenen Probleme verarbeitet.

Durch die Vorliebe ihre Gedanken in Bilder auszudrücken lag es nah das sie Kunstwissenschaften und Philosophie studieren wollte. Wie es sich jedoch für einen Freigeist gehört brach sie dieses Studium an der Uni Kassel schon bald wieder ab, weil sie unbedingt wohin wollte? Richtig: Nach Berlin.

Doch in Berlin wohnen und Künstler sein ist bekanntlich kein Widerspruch. Sie entschied sich daher für ein Studium in Kommunikationsdesign an der BTK um ihren Traum, Illustratorin zu werden, weiter zu verfolgen. Aus Cartoon entwickelte sich ein klarliniger und detailverliebter Illustrationstil mit hohem Wiedererkennungswert – nicht zuletzt durch ‚Explicit Content‘. Gäbe es einen ‚Parental Adivsory‘ Sticker  auf Zeichnungen, Krissis Bilder hätten ihn verdient. Doch noch ist das ZFK ihr nicht auf den Fersen und so kann sie weiter provokativ und mit viel Sinn für Humor weitermalen.

Wenn es nicht grad Muschis sind, dann interessiert sich die Hobby-Jüdin, die unter dem Pseudonym Rahel Süßkind malt, auch für an Weltreligionen angelehnte Elemente. Sie zweckentfremdet gerne Menschen, Tiere und Dinge, lässt aus ihnen neue Wesen oder Figuren entstehen, die es so gar nicht geben könnte. Etwas russisches, matroschkahaftes, haben ihre Illustrationen häufig, vor allem bei Frauenfiguren. Ihr trippi Style kommt gut an und so konnte die junge Matruschka schon einiges an Art-Work-Referenzen sammeln. Sowohl Veranstaltungsflyer als auch Jute-Beutel eines bekannten Berliner Clubs hat sie schon gestaltet. Man munkelt sogar das Indie-Barde Milky Chance sie gebeten hat, ihm eine Tattoo- Vorlage für seinen Rücken zu zeichnen.

Zur Zeit bleibt allerdings nur wenig Zeit zum Tattoos malen, denn Christine arbeitet grade fleißig an ihrem Abschlussprojekt für die BTK. Ein Künstlerbuch mit dem Schwerpunkt Illustration und Editorial soll’s am Ende werden. Muschis gibt’s in diesem Buch leider keine, außer vielleicht sie passen zum Thema: „Die Rolle der Tiere und deren Beziehung zu uns Menschen im gesellschaftlichen Kontext“. Na komm Krissi, diese Abschlussarbeit  schreit förmlich nach zoophilen Anspielungen!

Das erste Bild für umweltverschmidtzung trägt den Titel Spray God. Die Künstlerin hat diese Zeichnung gewählt, weil sie den subkulturellen Charakter dieses Blogs widerspiegelt. Wir finden’s geil und freuen uns auf noch mehr widerständige Kunst von unserer neuen Illustratorin!

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