Mac ‚Namedropping‘ Miller

395082_10151292319051803_54687248_n

Ich bin bekanntlich ein Fan von atypischen Kooperationen zwischen Musikern, weil ich eine Vorliebe für Musik habe, die auf jegliche Genregrenzen scheisst. Kein Wunder also, dass ich den Vorboten des neuen Mac Miller Albums Watching Movies With The Sound Off feiere. Der Pittsburgh Independet-Rapper holt sich für sein neustes Album Erfolgsproduzent Diplo mit ins Boot, und liefert mit Goosebumpz schonmal einen Vorgeschmack dessen, was voraussichtlich am 18. Juni in die Läden kommen wird. Ich fand das Ergebnis dieser Zusammenarbeit so nice, dass ich sogar mal wieder einen Blogbeitrag geschrieben habe – und das will was heissen.

Als anständige Musikjournalistin müsste ich an dieser Stelle noch ein paar dieser typisch aufgeblähten und unnötig blumigen Metaphern einwerfen, damit ihr auch einen Eindruck davon bekommt, wie völlig genial sich die eingängigen Klänge des Schlagzeug mit dem faszinierenden Sound der Trompete verbindet. Wie schlagfertig Mac Miller und Diplo Hand in Hand jedes Geräusch, jede Nuan­cie­rung, jedes kleine Ele­ment plas­tisch und greif­bar klin­gen zu lassen, und so die emo­tio­na­len und musi­ka­li­schen Gren­zen in geballten Bässen vereinen.

Aber das wirklich Schöne an einem eigenen Blog ist, dass man sich diese ganzen ‚Brokeback Mountain‘-Floskeln auch einfach schenken kann. Ich bin sicher ihr hört auch so, das Mac Miller seinen eigenen, musikalischen Weg geht – ohne Scheuklappen vor den Augen oder einem Blatt vor dem Mund. Der Bonustrack Goosebumpz schraubt die Erwartungen an „Easy Mac“ hoch, den die Presse auch gerne mal als den ’neue Eminem‘ hypt.

Dank vergangener Zusammenarbeiten mit Talib Kweli, DJ Premier, Pac Div oder Wiz Khalifa kommt in Bezug auf Namedropping schon jetzt kaum jemand an Miller ran. Auch auf Watching Movies With The Sound Off  haut er in Sachen Features wieder derbe auf die Kacke, und so werden u.a. auch ScHoolboy QTyler the Creator oder sogar Jay Electronica zu hören sein. Und so sehr mich Mac Miller auch mit seiner Musik überzeugt, und so sehr ich auch schon gespannt bin, was bei diesen Kooperationen wohl rausgekommen ist, finde ich zu viele Features auch immer irgendwie lame. Zu viele ‚Namen‘ auf einem Album, erwecken bei mir schnell den Gedanken: ‚Na? Dein Name alleine reicht wohl nicht für die gewünschte Medienpräsenz?‘. Versteht mich nicht falsch, aber das sehe ich ähnlich wie bei einer Schlägerei, wer erst seine ganzen Homies holen muss, verliert bei mir zwangsläufig an Respekt. Bei so einem Feuerwerk an Features denke ich daher sofort an Samy Deluxe: „Für andere MCs auf meiner LP rap‘ ich zu lang“. Aber fairer Weise muss man sagen, dass Mac Miller diesen talentfreien MC-Stereotyp bisher nie bedient hat, und in der Vergangenheit bei ihm trotz fetter Features ‚einiges‘ ging.

Ich kann es jedenfalls nicht erwarten mehr von diesem Projekt zu hören. Bis es soweit ist kann man Mac Miller noch in seiner MTV- Reality Show Mac Miller And The Most Dope Family sehen.