umweltverschmidtzung.

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  • umweltverschmidtzung-Mixtape #1: Souki

    soukiAb jetzt gibt es jede Woche einen Mixtape-Mittwoch, an dem DJs und Musikliebhaber für mehr umweltverschmidtzung musizieren. Das Prinzip ist einfach: DJs, die vielleicht nicht jeder kennt, aber jeder kennen sollte, präsentieren einen Mix zu einem Thema.

    Das umweltverschmidtzung-Mixtape #1 kommt in dieser Woche von der fabelhaften Souki. Die zierliche Frau mit den minimalistischen Electro-Beats heisst eigentlich Carina Lohmeyer und kommt ursprünglich aus Kassel. Dort stand sie im Jahr 2002 zum ersten Mal hinter dem DJ-Pult des A.R.M.s. Seither ist viel Zeit vergangen und wie sich das für einen DJ gehört, wohnt Souki jetzt in Berlin und beschallt die Clubs der Hauptstadt. Ob Sisyphos, Kater, die Maria oder das Badeschiff – Souki hat sie alle bespielt. Dabei fällt ihr das ‚vor die Türe gehen‘ nicht immer leicht, verbringt sie ihre Zeit doch am Liebsten vor einem Musikprogramm. Sie kann Tage damit verbringen Beats zu basteln und scheint ihre Faszination für Field Recordings nie zu verlieren. Musikalisch hat sie längst ihren  eigenen Stil gefunden, und das wissen auch Label wie Pro-Tez, Einmaleins Musik, Adjunct oder Zaubermilch zu schätzen, auf denen Souki bereits eigene Tracks veröffentlicht hat.

    Hier gibt’s nun für euch ihren Mix zum Thema ‚Sommer-Sonne‘. Noch mehr Souki-Sounds findet ihr auf soundcloud.

     

     

     

     

  • Zwischen Expressionismus und Nachtleben – Die David Bowie Ausstellung in Berlin

    „Die vergesse ich niemals. Das waren sehr wichtige Jahre in Berlin.Es war in so vielerlei Hinsicht befreiend für mich, in Berlin zu leben.“ 

    – David Bowie über seine Zeit in Berlin (1976-1978).

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    Diesen Sommer hat der Martin-Gropius-Bau in Berlin täglich bis 20 Uhr geöffnet und Schuld daran ist David Bowie. Nachdem die Ausstellung über den Künstler bereits mit großem Erfolg im Victoria and Albert Museum in London zu sehen war, ist die Sammlung nun auch in Berlin zu bewundern. Die Hauptstadt zählt, aufgrund der persönlichen Verbindung Bowies zu dieser Stadt, zu einer der wichtigsten Etappen der internationalen Ausstellungstournee. Die Jahre, die er in Berlin lebte und sich von ihrer Subkultur inspirieren lies, haben ihn ebenso geprägt, wie er die Stadt.

    „Bowie ohne Berlin geht nicht!“, erklärt Martin Roth, Direktor des Victoria and Albert Museums die Entscheidung, die Ausstellung ebenfalls in Berlin zu präsentieren – als logische Konsequenz dieser Wechselbeziehung.

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    Über 300 Bowie-Exponate sind zur Zeit im Martin-Gropius-Bau ausgestellt, darunter auch viele Objekte aus den privaten Beständen der Ikone. Neben 60 original Kostümen sind auch jede Menge handschriftlicher Songtexte zu finden. Auch sehr private Briefe gibt es zu sehen, in denen er Korrespondenz zu nicht weniger einflussreichen Künstlern wie Marlene Dietrich unterhält. Viele Zeichnungen sind ebenfalls Teil der Ausstellung, denn während seiner Berlin-Phase war er nicht nur musikalisch aktiv. Seine Malereien sind geprägt vom melancholisch deutschem Expressionismus, und auch hier beweist Bowie das er nicht nur musikalisch begabt ist. Wer sich dessen zuvor nicht bewusst war, dem wird schnell klar: Bowie ist ein Gesamtkunstwerk – und prägte die Genrationen auch als solches! Bühne, Kostüm, Image – sein ganzen Schaffen verfolgte dem Wunsch einer umfassenden Ästhetisierung. Schauspiel, Musik oder Malerei – Bowie verfolgt ein Konzept, welches alle Formen der Kunst umfasst. Während der Ausstellung ist seine enorme visionäre Kraft deutlich zu spüren.

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    Die Ausstellung ist sehr zu empfehlen, denn eine so umfangreiche Produktion über einen Künstler ist nicht alltäglich. Bowie Fans sollten sich dieses Ereignis deshalb auf keinen Fall entgehen lassen. Jedoch muss man kein eingefleischter Fan sein, um die Sammlung über den Künstler zu mögen. Die Agentur Avantgarde hat mit dieser Leistung endgültig bewiesen, dass sie auch erlebnisorientierte Veranstaltungen mit künstlerischem Anspruch organisieren kann. Überall flimmern Bildschirme und die Inszenierung ist schlicht überwältigend. Ergänzend zu den Exponaten gibt es einen Audioguide von Sennheiser, welcher im Ticketpreis enthalten ist. Diese Möglichkeit sollte auch unbedingt genutzt werden, weil sie nicht nur den passenden Soundtrack zum Rundgang liefert, sondern den Besucher zusätzliche mit Audiomaterial informiert.

    David Bowie im Martin-Gropius-Bau, Nie­der­kirch­ner­straße 7, Berlin-Mitte, S-/U-Bahn Pots­da­mer Platz. Öffnungszeiten: 10-20 Uhr (Kasse schließt um 19:15 Uhr), Tickets gibt es ab 10.-€ inkl. Audioguide. Bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres ist der Eintritt frei.

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  • Zombie Run Berlin

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    Sonntagmorgen in Berlin-Karlshorst: Es regnet in Strömen und Horden blutrünstiger Zombies jagen Läufer auf einer Trabrennbahn.

    Was ich hier schildere ist nicht etwa meine Alkohol-Halluzinose als Resultat einer durchgemachten Partynacht. Was ich hier schildere ist mein erster Eindruck des Zombie Runs – dem neusten Hype aus den Staaten. Das Konzept zu diesem ungewöhnlichen, sportlichen Ereignis entstand in Anlehnung an die TV Serie The Walking Dead: Eine Mischung aus Hindernis- und Erlebnislauf, bei dem die Teilnehmer der Veranstaltung frei wählen können, ob sie Zombies oder Läufer sein möchten. Jeder Läufer hat drei Leben, welche symbolisch als Plastikstreifen an der Hose befestigt werden. Wer nicht schnell genug ist, riskiert seine Plastik-Leben an die Zombies zu verlieren. Ziel ist es natürlich, die fünfzehn Hindernisse des insgesamt fünf Kilometer langen Parcours zu bewältigen, ohne sich dabei die ‚Leben‘ von der Hose reißen zu lassen.

    Klingt anstrengend? Ist es auch! Deshalb wollte ich dieses Ereignis aus einer vollkommen  neuen, entspannten und vor allem trockenen Perspektive genießen: als Make-Up-Artist. In Berlin bin ich einer der netten Menschen gewesen, die den Teilnehmern zum perfekten Zombie-Look verholfen haben.

    Zugegeben, ich habe nie eine Visagistenschule von innen gesehen. So gesehen hätten die zahlenden Teilnehmer vielleicht jemand Kompetenteren als mich verdient, um professionell geschminkt zu werden. Doch meine Lehrerin in der Malschule hat mir damals ein gewisses,kreatives Talent bestätigte und daher fühlte ich mich irgendwie prädestiniert für diesen Job. Wo sonst kommt man ungezwungener mit den Teilnehmern ins Gespräch als beim Schminken? Wem sonst erzählt man ganz offen, was zur Hölle einen eigentlich dazu bewegt hat, an so einer Veranstaltung teilzunehmen, wenn nicht der Visagistin seines Vertrauens??? Zuversichtlich, und mit meiner besten Freundin an meiner Seite, machte ich mich also auf den Weg, um neue Standards im Special-Effekt schminken zu setzen: Dersch/Schmidt die Profi-Make-Up-Artists. Wo auch immer Menschen auf der Welt geschminkt werden, sind diese Legenden der dekorativen Kosmetik nicht weit!

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    „Wie lange arbeiten sie bereits als Visagistin?“, fragte mich die erste Frau, die von mir in einen Zombie verwandelt werden wollte. „Naja…“, überlegte ich. „So 20 Minuten werden es schon sein.“ Die Frau guckte verdutzt. „Nein, nicht heute. Ich meine: Wie lange arbeiten sie generell schon als Visagistin?“ „Jaja, ich habe das schon richtig verstanden. Es sind jetzt knapp über 20 Minuten – meine Karriere ist noch ganz jung! Ich bin erst ein aufgehender Star am Special-Effekt-Make-Up-Himmel“, erklärte ich ihr. In ihrem Gesicht konnte ich sehen, dass sie das nicht ganz so komisch fand, wie ich.

    Ich betrachtete meine Arbeit an ihr und allen Zweifeln zum Trotz: Ich hatte ein verdammtes Talent darin, Leute zu schminken! Sandra nickte anerkennend in meine Richtung. „Ich gebe zu, dass ich das hier heute Morgen noch für eine ganz, ganz blöde Idee hielt! Aber nun finde ich, wir machen unsere Sache richtig gut!“ Keine Frage, wir machten unsere Sache richtig gut – und wir wurden von Zombie zu Zombie souveräner. Da ich bemerkt hatte, dass das Vertrauen der Leute in meine Schminkkünste offensichtlich im direkten Zusammenhang mit meiner Berufserfahrung stand, wollte ich mein überzeugendes Auftreten nicht unnötig mit der Wahrheit über die Länge meiner Berufspraxis zerstören. Die Menschen fühlten sich im meinen Händen scheinbar viel wohler, wenn ich ihnen von den zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen erzählte, für die ich bereits geschminkt hatte. Vollprofi eben. Zumindest fühlte ich mich wie einer, als ich den Teilnehmern während der Stoßzeit mehrere Stunden im Akkord Zombie-Make-Ups verpasste und Anekdoten vom Schminken für Hochglanz-Magazine erzählte. Irgendwann brauchte ich nur noch 5 Minuten für ein Make-Up. So schnell bin ich für gewöhnlich nicht mal, wenn ich mir selbst ein dezentes Tages-Make-Up verpasse.“Ja, ich erinnere mich gerne zurück an die Zeit, als ich Sigourney für Alien herrichtete. Das Arbeiten mit ihr war toll! Sie ist ja auch so ein Vollprofi…“, schwärmte ich einem Mann vor, während Sandra ein Interview für eine Berliner Tageszeitung gab, und dem Reporter alles über den spannenden Arbeitsalltag einer Visagistin erzählte.

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    „Wie viel haben sie eigentlich für das Ticket hier bezahlt?“ wollte ich von einer Teilnehmerin wissen. „Naja, mit all den Bearbeitungsgebühren werden es am Ende wohl so um die 50.-€ gewesen sein“, antwortete sie mir. Ufff… Bei den Preisen, die zwischen 29.-€ und 49.-€ schwankten, bekam ich erneut ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht ganz der Profi war, für den die Teilnehmer bezahlt hatten. Doch zumindest hatte sich noch niemand über mein Können beschwert und bisher schien mir jeder mit meiner Arbeit ganz zufrieden.

    Die Teilnehmer waren ein bunter Mix der unterschiedlichsten Personen. Vom Bankangestellten über den Rettungswagenfahrer bis hin zum Key-Account-Manager eines bekannten Unternehmens nahmen sie alle auf meinem Schminkstühlchen. Ein junges Pärchen hatte die Karten für das Event zum Hochzeitstag von den Schwiegereltern geschenkt bekommen. „Wir sind große Zombie-Fans!“, gestand mir der Mann in der US-Uniform. Sandra verteilte seiner Angetrauten währenddessen großzügig braune Farbe im Gesicht. Doch ‚große Zombie-Fans‘ waren hier scheinbar die Wenigsten. Der Großteil der Teilnehmer schien auf Facebook von dem Zombiethin erfahren zu haben und hielt die Teilnahme für eine witzige Idee. „Es ist mal was anderes“, erklärte mir eine Gruppe Läufer, die mit dieser Begründung sehr repräsentativ für die anderen, von mir befragten, Teilnehmer steht.

    Ob Läufer oder Zombie, alle hatten scheinbar großen Spass an der Veranstaltung und würden wieder teilnehmen. Ich übrigens auch! Ich hatte beim Schminken viele nette Menschen kennengelernt, die sich sehr freuten, dass ich ihnen zum perfekten Zombie-Look verhalf. Zwischendurch kehrte der ein oder andere von ihnen in die Maske zurück, um mir von ihren Abenteuern auf dem Spielfeld zu berichten. Ich hatte an diesem Tag gelernt, wie wenig Kunstblut es eigentlich bedarf, um Menschen eine große Freude zu bereiten.

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  • Mai-Jam 2014 in Kassel
  • Mai love is your love…
  • Ziviler Ungehorsam oder Attacke der Weltverschwörer?

    „Es ist Teil der moralischen Trägödie, mit der wir es hier zu tun haben, dass Worte, wie Demokratie, Freiheit, Rechte, Freiheit, Gerechtigkeit, die so oft zu Heldenmut inspirierten, und die Menschen dazu trieben, ihr Leben für Dinge herzugeben, die das Leben erstrebenswert machen, auch zu einer Falle werden können, zu einem Instrument, das genau die Dinge zu zerstören vermag, die die Menschen aufrechtzuerhalten versuchen.“

    – Sir Norman Angell (1874-1967)

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    Die Strategie seinen Gegner zu diskreditieren, um dadurch seine Glaubwürdigkeit zu untergraben, ist in der Politik eine häufig praktizierte Methode. Systemkritiker werden schnell als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. Im Gegensatz dazu wird die, zur Konformität neigende, Masse gerne als Desinformant der „Mainstreammedien“ geortet. Die Wahrheit ist eine Frage des Standpunkts und so muss jeder für sich selbst die Fakten prüfen und bewerten, um schließlich zu entscheiden, ob eine Sache ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ ist.

    Selbst Menschen, die sich, aufgrund ihres Tätigkeitsfelds, dieser Relativität der Realität bewusst sein müssten, verkaufen gerne mal ‚ihre Wahrheit‘ als eine ‚absolute‘ Angelegenheit. Am 16.04.14 versuchte Jutta Ditfurth in ihrem Kulturzeit-Interview auf 3sat, ihre Sicht der Dinge der Öffentlichkeit als Dogma unterzujubeln, als sie den Friedensdemos einen ’neurechten‘ Charakter unterstellte.

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    ‚Antisemitismus‘ ist, in unserer Gesellschaft der Pseudo-Moralisten, zu einem sehr wirksamen Totschlagwort geworden – zu einem Argument, dem man nichts entgegensetzen darf, weil es sich in den Augen der Allgemeinheit nicht gehört. Eine einfache Gleichung: Wer etwas gegen Juden sagt, der ist ein schlechter Menschen. Als Deutscher sollte man  ohnehin nichts gegen Juden sagen, denn das setzt einen direkt gleich mit Adolf Hitler. Klingt schwachsinnig? Ist es auch! Dennoch ist ‚Wer was gegen Juden sagt, der ist ein Anti-Semit‘ ein weit verbreiteter Gedankengang. Abgesehen davon, dass von den Juden in aller Welt nur ein geringer Prozentsatz Semiten sind, ist eine solche Gleichstellung maximal kleingeistig, denn nicht jeder, der an der Handlung eines Juden Kritik übt, glaubt an zionistische Weltverschwörung. Eine Handlung oder Sache mit einer Person gleichzusetzen oder zu identifizieren, kann zu großen Missverständnissen führen! Nehmen wir ein politisch weniger brisantes Beispiel, um zu verdeutlichen, wie absurd eine solche Gleichsetzung ist: Übt man Kritik an den Einrichtungsvorschlägen von Tine Wittler bedeutet das dann auch, dass man keine dicken Menschen mag? Wenn man ihre Wohnideen nicht schön findet, ist man dann automatisch frauenfeindlich? Haben Fernsehzuschauer, die ‚Einsatz in 4 Wänden‘ nicht gucken, eine Antipathie gegen Blonde??? 

    Zugegeben, solche Relativierungen führen auf einen schmalen Grat, und wenn die Masse auf die Frage: „Was wollt ihr?“, „Frieden!“, schreit, dann erinnert diese Forderung nach dem ‚totalen Frieden‘ durchaus in ihrer Nachdrücklichkeit an ‚Die Welle‘. Doch die Gefahr der kollektiven Idiotie besteht nun mal, wenn die Masse sich zusammenschließt. Aber sollte man sich deshalb nicht mehr zusammenschließen, um nach einer besseren Zukunft zu streben? Wichtig ist lediglich, sich der Gefahren bewusst zu sein. Bertolt Brecht beschrieb dieses Dilemma einst mit folgenden Worten: „Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.“ Das kann sowohl ein Satz der Hoffnung, als auch ein Satz der Verzweiflung sein – entscheidend ist, was man daraus macht. Das Gleiche Prinzip gilt im Grunde auch für die Montagsdemos.

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    Die Dinge sind, wie sie sind, wenn sie es sind – was nicht bedeutet, dass sie immer so bleiben, wie sie sind. Was eben noch richtig und wichtig war, kann sich plötzlich und unvorhergesehen als grundlegend falsch entpuppen. Sich einmal zu positionieren funktioniert deshalb vielleicht noch bei der Wahl einer Fussballmannschaft. Habe ich mich einmal für ein Team entschieden, dann stehe ich diesem, als treuer Fan oder Spieler, mit blindem Loyalismus sowohl in guten, wie auch schlechten Zeiten bis zum Ende zur Seite. Doch außerhalb des Fussballfeldes sollte man seine Entscheidungen öfter auf Aktualität prüfen! Spiele ich denn wirklich noch in dem, für mich richtigen, Team? Passt das alles noch zu mir und meinen Ansichten?

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    Die Unterstellungen von Frau Ditfurth waren für mich Grund genug, um meine Haltung gegenüber den Friedensdemos auf den Prüfstand zu stellen. Vergangenen Montag sprach ich mit vielen Demonstranten. Keiner der Menschen vor Ort erschien mir auch nur annähernd ‚rechts‘, und die Forderungen der Demonstranten sind, in meinen Augen, mehr als gerechtfertigt. Zweifel haben Ditfurths Anschuldigungen jedoch nicht nur bei mir ausgelöst. Der Mann auf dem Bild oben, drückt dem Frieden zwar den Daumen, doch sein Gesicht möchte er nicht fotografieren lassen. „Wissen sie, die ganzen Debatten um die Friedensdemos in den Medien sind ja doch sehr unschön. Ich selbst halte die Montagsdemo für eine gute Sache. Ich werde auch weiterhin kommen – nur fotografieren lassen will ich mich besser nicht „, erklärt er mir seine Bedenken.

    Ich kann mich dieser Aussage nur anschließen. Unser Problem sind nicht die Montagsdemos oder ziviler Ungehorsam – unser Problem ist der zivile Gehorsam und die Abwesenheit von Bewusstsein!

     

     

  • Photography Playgrounds 2014

    Zum zweiten Mal findet der OM-D: PHOTOGRAPHY PLAYGROUND 
in den Berliner Opernwerkstätten statt.

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    Im vergangenen Jahr schauten sich mehr als 27.000 Besucher die interaktive Ausstellung des Kameraherstellers Olympus an. Nach solch einem enormen Erfolg öffnet der Playground in diesem Jahr erneut seine Tore in Berlin Mitte. Die Besucher sind eingeladen, sich Kunstwerke nicht nur anzugucken, sondern Kunst selbst zu erfahren und fotografisch neue Welten zu erschließen. So tritt der Besucher aus seiner Rolle des Betrachters heraus und wird selbst zum Künstler. Leandro Erlich, Clemens Behr, Maser, Dean Chamberlain und Philip Beesley, die Künstlerkollektive AlexandLiane, Anna Burns und Thomas Brown, Transforma sowie 3Destruct [ANTIVJ] liefern mit ihren Installationen die Grundlage, auf der sich auf einer Gesamtfläche von 7.000 m² ausgelebt werden darf.

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    Move into a new world – Olympus

    Der Playground ist aus zwei Perspektiven eine innovative und vorbildliche Veranstaltung: Die Art und Weise, wie Kunst dem Betrachter präsentiert wird, und die Art und Weise auf die ein Produkt vermarktet wird. Beides hat Mehrwert und ist um vieles nachhaltiger, als es normalerweise gang und gäbe ist.

    Zum einen findet die Auseinandersetzung mit der Fotokunst spielerisch vor Ort statt. In den einzelnen Kunsträumen hat der Besucher die Möglichkeit, sich die Installationen nicht nur anzugucken, sondern auch zu agieren, mit der Kunst zu experimentieren und so „Kunst“ auch wirklich auch zu „erleben“. Dadurch wird er Teil der neuen Welt, kann sich in faszinierenden Arbeiten fotografisch immer wieder anders inszenieren. Das Produkt, um dessen Markteinführung es hier eigentlich geht, die Systemkamera OM-D E-M10, wird ihm dafür kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Sie Speicherkarte mit den geschossen Fotos darf der Gast im Anschluss an seinen Besuch als Erinnerung behalten.

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    Doch hier wird eben nicht nur sehr klug „Nachfrage geschaffen“. Künstler bekommen eine Plattform um ihre Arbeiten einer breiten (vermutlich tendenziell eher Kunst-uninteressierten Masse zu präsentieren), und auch der Besucher bekommt hier einiges geboten. Trieb den ein oder anderen vielleicht nur der Wunsch nach einem originellen Facebook-Selfie nach Mitte, entwickelt er vielleicht hier eine lebenslanges Interesse an. Diese Veranstaltung ist eine win-win Situation für wirklich alle beteiligten. PR, wie sie ein sollte.

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    Dafür, dass man auf dieser Veranstaltung auch wirklich etwas über Fotografie lernen kann, hat Olympus nämlich gesorgt:

    An jedem Donnerstag bietet das Reflectism -Form ab 17:00 Uhr Diskussionen, Vorträge und Workshops rund um das Thema Fotografie an.Vom 9. bis 13.4. und über Ostern vom 18. bis 21.4. sowie am Wochenende 26./27.4.2014 wird der Lichtkünstler Daniel Lisson die Besucher ins Light-Painting-Studio einladen und gemeinsam mit Ihnen und der OM-D Light-Painting-Aufnahmen umsetzen. Alle Veranstaltungen findet ihr unter: photographyplayground.olympus.de/termine.

    Olympus OM-D Photography Playground in den Berliner Opernwerkstätten, Zinnowitzer Straße 9

    Öffnungszeiten täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei

  • PARTY ARTY VOL.43 – FEMALE ARTIST SPECIAL
    Foto: Ena Lind
    Foto: Ena Lind

    Sisters are doin‘ it for themselves! Und weil das eben so ist, widmet die beliebteste Partyreihe der Stadt ihre 43.Ausgabe dem vermeintlich schwachen Geschlecht.

    „This is a man’s world, but it would be nothing without a woman or a girl“, dachte sich wohl auch Party Arty und hat für kommenden Samstag einige der Ladies ins Prince Charles bestellt, deren Namen man in Berlin mit einer guten Veranstaltung verbindet.

    Los geht’s um 23 Uhr und dann darf man sich unter anderem auf live Performances von MC Melodie oder Yarah Bravo freuen. Auch der Rest des Line-Ups geht ab wie Schmitzkatze, und Party Arty wäre nicht Party Arty, wenn er dem ganzen Spektakel nicht einen künstlerischen Rahmen geben würde. Ob Videoprojektionen von Annika Hippler, Installationen von Chula und der Steinbildhauerin Khar, oder dem ‚Selfie Booth’der Fotokünstlerin Caprice Crawford, bietet diese Party, neben guter Musik, auch jede Menge Input für alle Freunde der visuellen Kunst.

    Wer gerne einen Platz auf der Gästeliste hätte, versucht sein Glück und schreibt eine Mail mit dem Kennwort „PartyArty“ an: 

    verlosung@umweltverschmidtzung.net.

    Die Gewinner werden am Samstag per Mail benachrichtigt. Good luck to you ❤

    Prince Charles, Prin­zen­straße 85F, Berlin-Kreuzberg, U-Bahn: Moritzplatz

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  • Das Ende der Mode!

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    Gerne hätte ich von neuen, innovativen Stils und Trends geschrieben, die ich auf der Berlin Fashion Week entdeckt habe. Doch wo etwas entdecken, wo es nichts zu entdecken gibt? Auch kommende Saison wird es nichts Neues geben. Nichts!!! Als wäre das nicht schon erstaunlich genug, meine ich seit einigen Jahren eine Entwicklung hin zur Lebensstil-bezogenen Einheitstracht zu beobachten. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. In manchen Ländern wird die Uniformierung den Menschen zu Gunsten der Gleichstellung ja sogar auferlegt. Doch wie kann es sein, dass sich in Ländern, in denen sich der Individualismus frei entfalten könnte, die Menschen freiwillig zu Uniformierung neigen?

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    Das Wesen der Mode besteht eigentlich darin, dass immer nur ein Teil der Gesellschaft sie trägt, die Gesamtheit sich aber erst auf dem Weg zu ihr befindet. Folglich könnte man sagen, dass das Ende der Mode dann eintritt, wenn alles schon einmal da war und bereits die Wiederholung, der Wiederholung, der Wiederholung ist und alle irgendwie gleich aussehen – so wie jetzt.

    Denke ich an meine persönliche Entwicklung zurück, so habe ich bereits Schlaghosen getragen – die nicht das Produkt meiner Generation waren. Eine Punk-Phase hätte ich ebenfalls vorzuweisen – ebenfalls kein Produkt meiner Generation. Zu meiner Erleichterung fällt mir dann allerdings doch noch ein, womit ich etwas individuelle Identitätsbildung vorweisen könnte: Street- und Skatewear! Meine ersten VANS habe ich mit 13 gekauft und ich trage sie noch heute. Einen Teil meines Konfirmationsgeldes habe ich in eine Carhartt Jacke investiert, die ich ebenfalls heute noch besitze. Genau so wie meine geschmacklose gelbe G-Shock, für die ich von meiner Mutter ausgelacht wurde. „Du trägst deinen Wecker jetzt also um das Handgelenk?“, fragte sie mich damals. Leider sind all diese Basics heute die Grundlage für ein gelungenes Hipster-Outfit. Und so gerne ich meine Air Max zugunsten meiner Individualität auch verbrennen würde – ich liebe diesen Schuh! Schon solange ich denken kann…

    Die Art, wie wir uns geben und kleiden ist eine Erscheinung, wie wir das Leben auffassen. Aber wie kann es sein, das anscheinend alle das Leben so auffassen wie ich, wo doch mit meinem Denken so wenig Menschen übereinstimmen?

    Ich versuchte mich zu beruhigen, denn bereits damals haben die Absoluten Beginner erkannt, dass „ähnliche Garderobe heute leider nicht mehr Schutz heißt“, und haben damit das Phänomen der adretten Einheitskleidung von posenden NEON- Individualisten bereits sehr früh auf den Punkt gebracht. Kein Kopf, der was auf sich hält, verlässt ohne Carhartt Beanie das Haus, und der Air Max1 hat vermutlich nicht mal in der 90ern solch reißenden Absatz gefunden wie heute. Individuelle Akzente lassen sich bei dieser Einheitsuniformierung lediglich durch einzelne Teile von weniger bekannter Labels setzten, die einen davor bewahren, nicht gänzlich im Partnerlook mit dem Rest der Kohorte zu gehen.

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    Ich persönlich stecke ganz schön in der Scheiße, denn das Letzte das ich will, ist mit dieser Kohorte irgendwo hin zu gehen – und schon gar nicht im Partnerlook! Und somit befinde ich mich inmitten des Simmel’schen Spannungsfelds zwischen Unterscheidungsbedürfnis und Nachahmung. Simmel ist nicht nur einer der Gründungsväter der Soziologie, er hat sich auch als einer der Ersten intensiv mit Mode und Gesellschaft beschäftigt. Von ihm kommen kluge Sätze wie: „Mode macht Reklame für das Individuum,“ und daher habe ich mich erneut mit seinen Werken hingesetzt, in der Hoffnung Antworten auf meine Beobachtungen und meine Individualität zurück zu bekommen. Doch falls ich das Gelesene jetzt richtig interpretiere, hätte ich besser nicht fragen sollen:

    Wenn wir davon ausgehen, das Mode ein Spiegel der Gesellschaft und Ausdruck des Zeitgeists sind, dann sind wir eventuell ganz schöne Schnarchnasen.

    Die Geschichte findet in der Mode Ausdruck, weil wir mit unserer Bekleidung Zugehörigkeit signalisieren oder eben Angrenzung. Ohne die Geschichte, und vor allem ihren Revolutionen, würde die Mode stagnieren – und ich behaupte genau das geschieht zur Zeit. Die Revolutionen manifestieren sich in der Mode, und je unruhiger die Zeit ist, desto rascher wechselt die Mode. Aber wir revolutionieren nicht, wir gehen nicht mal wählen. Wir gucken das Dschungelkamp. Es gibt tausend Sachen, die uns stören, aber keine, die uns zum Handeln bewegt. Und wenn ich ‚wir‘ sage, dann meine ich damit eigentlich gar nicht mich. Ich finde mich cool! Ich müsste eher lernen den Mund zu halten, als ihn ständig ungefragt zu öffnen. Ich will doch hier meine Individualität zurück!!! … aber auch zu diesem Verhalten habe ich in den Werken von Simmel etwas gefunden: „Wenn jeder beanspruchen würde, seine eigene Mode zu tragen, dann ist das Ausdruck des selben Individualismus, der sich der Revolution entsagt, der sich der Geschichte entzieht und jede Form der Solidarisierung ablehnt.“ … na ganz toll. Vielen Dank Georg!

  • Erste WSHH-Dokumentation: The Field

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    Deutscher Hip-Hop leidet hart unter Wangstern wie Gay One & Co., aber die amerikanische Szene hat echte Problem. Diese thematisiert die erste Dokumentation des Video-Blogs World Star Hip HopThe Field.

    Die Produktion wirft einen Blick hinter die Kulissen der Hip-Hop-Szene der Stadt Chicago. Untersucht wird die Beziehung zwischen Drill-Hop und der Gewalt auf den Straßen der Stadt. Ist die Subkultur als eine Ursache für die hohe Kriminalitätsrate zu sehen, oder bietet sie den Jugendlichen eine Alternative zur Bandenzugehörigkeit?

    Zum Thema wurden lokale Künstlern befragt. In den Interviews erzählen u.a. King Louie, Katie Got Bandz, Tink, Lil Bibby, Lil Kräuter, Lil Mouse, Young Chop, Rhymefest und Lil Durk ihre Geschichten über das Leben in den Problemvierteln der Stadt. Ein Freund des 17- jährige Rapper Lil Durk wurde noch vor Fertigstellung dieses Films erschossen.

    Hier geht’s zum Video.